Sonntag, 30. August 2026

"Bildungsfern" - jetzt auch als gratis Hörbuch. Gelesen von mir, lol.

YouTube: (neues Kapitel jeden Mittwoch und Sonntag) 

KoFi: ganzes Hörbuch verfügbar ab 01.10. für 1,99 €  

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Mal ein ganz neues Unterfangen, kein Plan ob das eine gute Idee ist. 

Dass ich kein professioneller Vorleser bin hört man nach der ersten Silbe, aber auf dem Unterschichtblog schlägt authentisch professionell ja schon immer (solide Ausrede für miese Qualität, oder?). 

Das ganze Hörbuch lade ich gratis auf Youtube hoch, ein Kapitel jeden Mittwoch und Sonntag. Auf Kofi könnt ihr es ab dem 01.10. für 1,99 € kaufen. Der Anfang ist etwas holprig, aber es wird - hoffe ich - besser.

Auch wenn ich schon während ich das schreibe etwas cringe:

Ich freue mich über Likes, Comments und Subs :) 

Haut rein und man HÖRT sich,

StSt 

PS.: 

Vielen Dank an Sercan, Thomas, Igor und "AZ_T3ck" für die Motivationsspritzen diesen Monat. :)  

 

Montag, 24. August 2026

Fünf Freunde

Auf meiner Platte gefunden, ich glaube bisher unveröffentlicht? 

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Jedes Haus, so war ich als Grundschüler überzeugt, muss mindestens einen Geheimgang haben. 

Ist die Schraube, die sich unter der Plastikabdeckung im Türgriff befindet vielleicht ein geheimer Schalter? Lässt sich das Fensterbrett vielleicht aufklappen? Verbirgt sich im Keller der Chorweiler Platte vielleicht ein geheimer Tunnel, der bis zu einer Schmugglerhöhle am Meer führt? 

Die Schuld an diesem Unsinn teilten sich eine Nachbarin, eine Kölner Philosophiestudentin im achtundzwanzigsten Semester, die meiner Schwester das Lesen nahebringen wollten, und meiner Schwester selbst, die diese Versuche ignorierte und die Bücher stattdessen an mich weitergab.

Auf demselben Weg war ich schon an Pippi Langstrumpf und den kleinen König Kallewirsch gekommen, aber hier, das merkte ich sofort, hatte ich plötzlich richtige “große Kinder” Literatur in der Hand: Fünf Freunde erforschen die Schatzinsel.

Wer die Serie nicht kennt: fünf Freunde, zwei Jungs, zwei Mädchen und ein Hund, haben Ferien und reisen gemeinsam durch England. Immer ist ein Meer in der Nähe, immer verliert sich die Autorin in lange Beschreibungen der Landschaften und längere Beschreibungen der Wegzehrung. Immer gibt es Schmuggler, oder Diebe, immer gibt es Geheimgänge, immer gewinnen am Ende die fünf Freunde. 

Enyd Blyton beschrieb eine Welt die auf mich, der noch nie das Meer gesehen hatte, kein Essen kannte, das nicht aufgewärmt oder mikrowelliert und dessen einzige Outdoor-Erfahrung ein Ausflug der Grundschule zum Trimm-Dich-Pfad war, so fremd wie Mittelerde und Tatooine. 

Mehr noch als um ihren Hund und um ihr Haus am Meer und um ihre Freunde beneidete ich George um ihren Vater. Ein guter Mensch, aufbrausend, ja, und manchmal etwas ungeduldig, aber nicht, weil er wie mein Vater Formel 1 gucken und Modell-LKWs lackieren musste, sondern weil er ein Forscher war. Ein Mensch mit einem bewegten inneren Leben, der über die großen Dinge nachdachte. Der am Anfang eines Buches einen Fehler machen und am Ende eines Buches diesen einsehen und korrigieren konnte. Kein jähzorniger Kleingeist, der seinen Kindern schon in deren Grundschulalter nicht mehr bei den Hausaufgaben helfen konnte.

Und so las ich das erste Buch, und das zweite, und dann wieder das erste, und wenn ich nicht las, dann erforschte ich die wenigen Grünflächen im Block auf der Suche nach Geheimgängen, und Ruinen, und manchmal kam ein Freund vorbei und half mir, aber fündig wurden wir nie. Irgendwann kannte ich die ersten fünf Bände auswendig, und leider war sich die Bibliothekarin, das war noch vor dem Internet, sicher, dass es nur die fünf gab. Das fand ich zwar schade, aber irgendwie auch schön, fünf Bände, fünf Freunde.

Auch nachdem die Euphorie über Schmuggler und Geheimgänge längst verflogen war, ließ mich eine Idee nicht los: wie grandios muss doch dieses Meer sein, das ich nur aus dem Fernsehen kannte, dessen Ende man nicht sehen konnte, weil es bis zum Horizont geht, das Wellen und Gezeiten hat, und wo Möwen leben, und wo es immer nach Salz riecht. Für den jungen Stefan, eine völlig fremde und faszinierende Idee.

“Können wir mal ans Meer fahren?” fragte ich dann irgendwann am Mittagstisch. Ich hatte mit allen möglichen Antworten gerechnet. Iss auf und halt die Klappe, oder das können wir uns nicht leisten, oder wir haben doch den Rhein hier. Oder vielleicht über eine Tirade, wie “schwul” doch das Meer sei. 

Völlig unvorbereitet war ich allerdings auf die tatsächliche Antwort: “Ja, darüber wollten wir eh mal mit euch reden, wir fahren über Pfingsten nach Holland.” 

 

Dienstag, 21. Juli 2026

Wie geil einfach alles ist

Besten Dank an "Chr", hoffe das Buch gefällt! :) 

Zur Sache:  

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Immer wenn sich am 15. Juli mein “zweiter Geburtstag” jährt, muss ich darüber nachdenken, wie geil einfach alles ist. 

Gestern war ich am Wasser. Ein kleiner Strand, etwas abgelegen, blitzblank sauber.

Am Parkplatz steht ein Mülleimer. Hauptsaison, also ist er zum Bersten voll, und um ihn herum stehen Flaschen und liegen Müllbeutel, teils mit Steinen beschwert, damit sie nicht wegwehen. 

Jedes Stück Müll, so scheint mir, ist eine stille Abstimmung. Dafür, dass wir noch immer in einer Gesellschaft leben, dass wir den Strand bewahren wollen, dass diese seltenen Orte unentstellter Natur allen gehören, dass meine Zeit nicht mehr wert ist als die derjenigen, die den Scheiß hinter mir wegräumen müssen.

Dann fahre ich nach Hause. Mein Auto ist ein Meisterwerk japanischer Ingenieurskunst, mit Reifen aus Afrika und Computerchips aus Taiwan. Entworfen von Japanern und Amerikanern, gebaut in Hiroshima. Ist das allein nicht schon fantastisch? Und diesem komplexen Wunder moderner Lieferketten und internationaler Zusammenarbeit kann ich jeden Tag mein Leben anvertrauen, wie jeder andere auf der Straße, und fast nie geht diese Wette schief. 

Auf dem Heimweg noch kurz bei Lidl gehalten. Da tausche ich vier Stunden meiner Arbeitszeit gegen einen Einkaufswagen voll gesunder, vielfältiger und köstlicher Lebensmittel, der mich für ‘ne ganze Woche satt macht und von dem die meisten meiner Vorfahren nur hätten träumen können. 

Abends dann in die Kletterhalle. Eine Sektion wurde kreativ neu geschraubt, wie jede Woche, von Fachleuten mit echter Leidenschaft für ihr Handwerk. Ich darf mich anstrengen und erfundene Probleme lösen, nicht weil mein Leben davon abhängt, sondern einfach weil es Freude bringt. 

Und wenn ich dann am Ende des Tages müde, satt, befriedigt, dankbar und voller Zuversicht im Bett liege kommt eine Welle über mich. Diesmal nicht aus Ahrwasser und Schlamm und Trümmern, sondern aus Dankbarkeit: 

Alles ist geil und ich darf’s erleben.  

Mittwoch, 15. Juli 2026

Kurzes Gedicht: Sport mit ü30

Ist mir heut beim Laufen eingefallen. Ach ja, danke an LJ, Max und Thomas für den Motivationsschub :) 

Ein echter Text kommt noch, keine Sorge.  

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Mein Körper ist geschunden:
Vom Wandern über Felder,
Über Felsen und durch Wälder,
Und vom Klettern über Stunden.

Merk das schwere-Sachen-Heben,
Merk das Ziehen und das Drücken
In den Knien und im Rücken
Fühle mich kaum noch am Leben

Manchmal fall ich und ich scheiter’,
Lieg auf Knien und auf Händen,
Seh nicht ein es zu beenden,
Klopf mich ab und mache weiter.

Und leg ich mich endlich nieder:
Wird es morgen, mach ich’s wieder.

Mittwoch, 8. Juli 2026

Straßenlaternen und Abendbrot

Vielen Dank an Fide, Jan, Janis, Sandra und den anderen Stefan für die Motivationsspritzen, hoffe das Buch gefällt. :) 
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Text war mies, ich überarbeite ihn aktuell.